HRK gestern und heute

131 Jahre Vereinsgeschichte

Am 14. August 1893...

...bittet der Kaufmann Eugen Konrad per Rundschreiben zu einer Zusammenkunft von Gleichgesinnten - er hatte geschäftlich in Homberg zu tun und musste sehr zu seinem Leidwesen feststellen, dass er seinem Lieblingssport Rudern hier nicht nachgehen kann. Diese Zusammenkunft endet mit der Gründung des Homberger Ruderklub Germania.


Das erste Boot des Vereins findet Unterkunft in einem alten Schuppen der Firma Schmitz & Söhne, unweit des heutigen Bootshauses.


Mit wachsender Mitgliederzahl kann es sich der Verein erlauben, zehn Jahre später das erste eigene Bootshaus am Rheinufer zu errichten - ungefähr dort, wo heute das Bunkerschiff an der Rheinbrücke liegt.


Weitere zehn Jahre später benötigt die Gemeinde Homberg dieses Grundstück für den Bau einer Kläranlage. Deshalb errichtet diese 1914 für den Verein das heutige Bootshaus.
Der erste Weltkrieg verhindert, dass der Rohbau vollendet werden kann, so dass die Bootshallen erst 1920 offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden.


1943 begeht der Klub sein 50jähriges Jubiläum noch in intakten Räumen. Aber schon ein Jahr später, im Dezember 1944, wird das Gebäude durch einen Luftangriff stark beschädigt und die Bootsflotte fast vollständig zerstört.


Nach dem Krieg werden zunächst die Bootshallen in Ordnung gebracht und nach und nach in Eigenleistung das Haus notdürftig repariert. Im Jahr 1952 sind die Räume in den oberen Etagen fertiggestellt. Die Ruderhalle mit einem Trainingsbecken, die heutige Mehrzweckhalle, wird 1954 ergänzt. Fünf Jahre später ist der Anbau mit den heutigen Jugendräumen vollendet.
Für die nicht rudernden Mitglieder wird 1956 auf dem heutigen Außengelände ein Tennisplatz errichtet.


Seit dieser Zeit hat sich am äußeren Erscheinungsbild des Bootshauses nichts mehr geändert. Der hinter dem Bootshaus liegende Hebeturm bildet nach wie ein eindrucksvolles Ensemble, abgerundet durch das im Eisenbahnhafen ankernde Schulschiff "Rhein".


Vom Wettkampf zum Breitensport

Von Anfang an wurde im Homberger Ruderklub mit beachtlichen Erfolgen Leistungssport betrieben. Zwei Jahre nach Gründung wurden die ersten Regatten veranstaltet und Siege eingefahren - aber auch die Tradition der Wanderfahrten ist fast so alt wie der Klub selbst.


Nach Ende des zweiten Weltkrieges fand die erste Regatta des Deutschen Ruderverbandes in Homberg statt. Zu den Höhepunkten der damaligen Zeit zählt die deutsche Vizemeisterschaft im Riemen-Vierer 1963.

Da der Rhein wegen der immer stärkeren Schifffahrt keine geeignetes Training ermöglicht und der Aufwand für die Verbringung der Boote zu groß wurde, verschob sich der Schwerpunkt des Vereins in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr in Richtung des Breitensports, welcher heute ausschließlich betrieben wird.


Heute steht der Homberger Ruderklub allen Interessierten offen. Mehr als 200 Mitglieder zwischen neun und weit über 80 Jahren können auf fast 50 Boote zurückgreifen und fahren je nach Zeit und Lust zu festgelegten Terminen durch unser Ruderrevier oder erkunden auf Wanderfahrten "fremde Gewässer" in näherer oder weiterer Entfernung.